Veranstaltungen des Herborner Geschichtsvereins


Ausstellungen

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„Herborner Hessentage“

Ein Rückblick auf zwei wichtige Veranstaltungen in Herborn

Die Ausstellung erinnert mit Bildern, Kurirositäten, Zeitungsberichten und Ausschnitten aus der Berichterstattung des Hessischen Rundfunks an die tollen Tage.
Bereits zweimal vor 40 Jahren in 1986 und vor zehn Jahren in 2016 war die Stadt Herborn Gastgeber der Hessentage.

Herborn hat in der Vergangenheit bedeutende Veranstaltungen im Rahmen des Hessentags ausgerichtet. Besonders hervorzuheben sind zwei wichtige Termine: Der 26. Hessentag im Jahr 1986 und der 56. Hessentag im Jahr 2016. Beide Ereignisse waren Meilensteine für die Stadt und boten zahlreiche Gelegenheiten für Begegnungen, Feiern und kulturelle Aktivitäten.

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Der 26. Hessentag fand vom 31. Mai bis 8. Juni 1986 und der 56. Hessentag vom 20. bis 30. Mai 2016 statt. Wir wollen gemeinsam mit Zeitzeugen an diese bewegenden Tage in Herborn erinnern.

Diese beiden Veranstaltungen haben Herborn im Laufe der Jahre geprägt und sind ein fester Bestandteil der Stadtgeschichte. Der Hessentag ist nicht nur ein Landesfest, sondern auch ein bedeutender Moment für die lokale Gemeinschaft, bei dem Tradition und Fortschritt miteinander verbunden werden.

Die Ausstellung zeigt Dokumente und Bilder, die Erinnerungen wachrufen und wurde von Hans-Dieter Wieden und Ulrike Litzba zusammengestellt.

Ausstellungseröffnung am 16. Mai 2026
in der Aula der Hohen Schule

Eine gelungene Veranstaltung war die Eröffnung der Ausstellung mit über 50 Besuchern, darunter zahlreiche Zeitzeugen der beiden Hessentage.

Nach der Begrüßung durch Klaus Gerhard Schreiner und dem Grußwort von Bürgermeister Lukas Winkler zeigte der Kurator der Ausstellung Hans-Dieter Wieden ausgewählte Bilder und Filmbeiträge des HR und schilderte seine Erinnerungen als Fotograf und Mitglied der „Roten Foto-Mafia“. Dann kamen Zeitzeugen zu Wort.

Hans Benner, Claudia Bamberger, Frauke Behnert, Jörg Kring und Jörg Michael Simmer berichteten über ihre Erinnerungen an die Hessentage in 1986 und 2016. Hans Benner, Stadtverordnetenvorsteher in 1986 und Bürgermeister in 2016, wies auf die Unterschiede hin. War es in 1986 eher ein Volksfest mit Trachtengruppen und Handwerkern auf der Hessentagsstraße ging es in 2016 um viele kommerzielle Veranstaltungen mit bekannten Stars. Während in 1986 etwa 350.000 Menschen den Hessentag besuchten, waren es in 2016 etwa 940.000 Besucherinnen und Besucher. Damit rangiert Herborn 2016 unter den TOP 3 der Hessentage, die Georg August Zinn in 1961 ins Leben rief.

Der legendäre Horst Freimüller organisierte in 1986 alles „papierlos“ per Telefon, sorgte aber auch für den Herborner Wurstkrieg, der dazu führte, dass Markus Bender zurücktrat und Matthias Stein die Stelle als Hessentagsjunge übernahm. Weil die Herborner Metzger nicht schnell genug reagierten, engagierte er den Fleisbacher Ernst Arabin für die Vorstellung Herborns in der Hessischen Landesvertretung in Bonn.

Claudia Bamberger, der weibliche Teil des Hessentagspaars in 1986 erinnerte sich, dass sie als damals 20jährige eine anstrengende aber schöne Zeit mit vielen Terminen erlebte.

Der Hessentagsbeauftragte Jörg Kring und Jörg Michael Simmer für die Stadtmarketing GmbH offenbarten Kurioses und heikle Situationen und plauderten aus dem „Nähkästchen“. Jörg Kring erinnerte sich, dass die heimische Zeitung und der HR schon berichteten, dass Herborn Ausrichter in 2016 sein wird, bevor die offizielle Entscheidung vom Landesvater Volker Bouffier verkündet wurde. Jörg Michael Simmer zeigte sich heute noch überrascht, dass der Hessentagsbeirat das Konzert der Hollywood Vampires „durchwinkte“. Auf dem Tourneeplan der Welttournee standen für Europa Lissabon – Herborn – Stockholm.

Den größten Applaus erhielt er, als er aufforderte, das Herborn sich für den dritten Hessentag bewerben soll. „Aber bitte nicht bis 2046 warten.“

Weitere Informationen zur Ausstellung „Herborner Hessentage“
finden Sie auf der Seite des Geschichtsvereins https://geschichtsvereinherborn.de/ausstellungen/

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Manch einer wird sich fragen, nach wem der Annelise-Deusing-Weg in Herborn-Seelbach eigentlich benannt ist. Denn zwei Generationen, die sie noch persönlich kannten, sind inzwischen weitgehend verstorben. Umso wichtiger ist es, an eine Malerin zu erinnern, deren künstlerisches Niveau bis heute außergewöhnlich geblieben ist.

Annelise Deusing wurde am 28. März 1923 in Herborn-Seelbach geboren und wuchs in einer bäuerlich-handwerklichen Familie auf. Schon in der Volksschule fiel ihr großes Zeichentalent auf. Nach der Schulzeit arbeitete sie als technische Zeichnerin in einem Architekturbüro, wo ihre Genauigkeit und Sorgfalt geschätzt wurden. Neben der Arbeit widmete sie sich der Musik und spielte leidenschaftlich Klavier.

Frühe Schicksalsschläge prägten ihr Leben: eine Lungentuberkulose, ein längerer Heilstättenaufenthalt und der Tod ihres Verlobten im Krieg. In dieser Zeit fand sie Trost in ihrem Glauben und in der Kunst; ihr künstlerisches Schaffen entwickelte sich besonders stark. Vor allem in Bleistiftzeichnungen und Aquarellen hielt sie „ihre Welt“ fest: die Landschaft ihrer Heimat, Menschen aus dem Dorf sowie heimische Blumen, Kräuter und Pflanzen.

Erste öffentliche Aufmerksamkeit erhielt sie 1951 bei einer Ausstellung zur 700-Jahr-Feier der Stadt Herborn. 1955 wurden ihre Arbeiten gemeinsam mit botanischen Aquarellen von Catharina Helena Dörrien in einer Ausstellung des Herborner Volksbildungsvereins gezeigt. Der Oberhessische Künstlerbund nahm sie, die nie an einer Kunstakademie ausgebildet wurde, in seine Reihen auf.

Trotz wachsender Anerkennung blieb Annelise Deusing eine stille und bescheidene Künstlerin. Sie arbeitete unermüdlich,
bis sie 1958 im Alter von nur 35 Jahren ihrer Krankheit erlag.

Ihr Geschichtsverein Herborn e.V.

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